Sprung über den Rhein

24.03.2013 17:02

Eine kleiner Spähtrupp der MD-Crew überquerte am Samstag den Rhein und stattete unseren
nördlichen Nachbarn einen Besuch ab. Anlass war die freundliche Einladung zu Operation „Völkerball“.
Der Samstag war sowieso ein sehr intensiver Tag: Morgens früh nach Luzern an die Waffenmesse.
Diese war wie immer einen Besuch wert, und auch erfreulich gut besucht.
Bereits am späteren Nachmittag ging’s darum, eine ziemlich üppige Ladung Wiederladematerial
einzufahren – inklusive der unvermeidlichen Schlepperei. Und abends dann gleich anschliessend eine
kleine Auslandreise. Nicht mit dem Zug, nicht mit dem Flugzeug und auch nicht mit dem Landungs-
boot. Nein, ganz einfach mit jener Erfindung, die uns so viel Mobilität und Flexibilität – kurz gesagt: so
viel Freiheit – beschert: mit dem dem guten alten Auto. Ok, in der Nordwestschweiz ist’s so oder so
ein Katzensprung über die Grenze, sogar zu Fuss…
Drüben angekommen, zum Einstieg ein gutes Stück Fleisch vom heissen Stein einverleibt und dann
rein in die Show. Ort des Geschehens: das Rock In in Schopfheim (www.schüttelbunker.de). Das erste
Mal zu Besuch, war das ein spannender Vorstoss in neue Gefilde, denn Location und das ihr
innewohnende Publikum waren eine sehr angenehme Abwechslung zu all den 08/15-Lokalen (wieso
wird eigentlich dem altehrwürdigen MG 08/15 immer so Unrecht getan?) und den Möchtegern-Hoch-
glanz-Schicki-Micki-Läden. Noch geduldig an der Biker-Security vorbei und dann ging’s auch schon
los: Völkerball betraten wortwörtlich mit einem Knall die Bühne. Die Jungs sind Ihres Zeichens Ramm-
stein-Coverband und sie machen ihre Sache sehr gut. Ne Hammershow mit einiger Pyrotechnik und
natürlich ein bizarres Bühnenbild im Industrial-Look – Rammstein gebührend halt. Klar wären Ramm-
stein im Original noch willkommener gewesen, aber so als spontaner Happen zwischendurch wars
– Ihr entschuldigt den Ausdruck – echt geil! Gute drei Stunden gab’s ‚nen satten Hagelsturm aufs
Trommelfell. Fast wie Full-Auto schiessen, nur politisch viiiiel korrekter, wenn zwar auch nicht gänzlich
(irgendeiner zarten traumatisierten Seele kommt sicher auch hier eines Tages die Furzidee, diese
bööööse Musik gesetzlich zu reglementieren und verbieten – ist halt pädagogisch schon recht be-
denklich. Fast so schlimm wie die bösen Waffen oder Verzeht von Pferdefleisch, aber lassen wir das…).


 

Auch nachdem sich der Vorhang hinter Völkerball gesenkt hatte und als diese mit dem gemeinen Volk
noch Party machten, war nicht etwa Schluss. Im Gegenteil: Jetzt kam die Musik halt aus der Konserve
und, da nun aus Lautspsrechern direkt hinter uns, noch deftiger!
Nahtlos und hochkarätig wurde der Beschuss auf die auditiven Synapsen fortgeführt und ein Flirren
lag in der Luft . Songs  wie "Bodycount’s in the house" (Bodycount), "rising high" (H-Blockx) und Bands
à la Offspring, Linkin‘ Park, aber auch U.D.O und ähnliche Urgesteine sorgten für weiterhin zuckende
Gliedmassen, rauschende Ohren und Gänsehaut  (bei den Deutschen) resp. Hühnerhaut (bei den
Schweizern) ;-)
Der Sound im Zusammenspiel mit der reizenden Ansicht auf so manch anwesende äh… Menschen
einerseits und die Einrichtung mit ihrem rauhen Ambiente anderseits verschafften einen weiterhin
prickelnden Aufenthalt. Die Stimmung war perfekt!
Später wurde dann der Rückzug angetreten. Die Power des Abends noch in den Knochen, auch im
Auto mit richtig guten Riffs im Ohr (dafür ohne Promille im Blut!) wäre die Heimfahrt eigentlich zum
Tiefflug ausgeartet und hätte richtig Laune gemacht. Wenn nur... ja wenn nur diese Verkehrsregeln
was anderes sagen würden. Aber gut, man weiss sich ja zu zügeln (züchtigen wär treffender...!).
So bliebs beim gemütlichen Nachhause-Cruisen. Bei Nacht und praktisch ohne Verkehr auch so
ein gemütlcher Trip.
Was erst auf der Heimfahrt auffiel: die oft so rotzfreche „Ey Mann, was kuckst Du“-Fraktion war
gänzlich inexistent gewesen. Wurde aber auch überhaupt nicht vermisst, denn dieser Umstand
hat sich bestimmt nicht negativ auf die Stimmung ausgewirkt Es kommt einem fast vor wie eine
Art Zeitreise zurück in friedlichere Zeiten…
Es war nicht der längste Tag, aber doch ein langer, mit vielen neuen Eindrücken. Und auch Aus-
drücken (nämlich alemannischen). Jedenfalls war’s ein Highlight und die soll man schliesslich
geniessen, wo immer man sie trifft!


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