Shotgun Saturday

22.02.2012 19:30



Der Full Auto Friday hatte uns so richtig auf den Geschmack gebracht. Aber die Messlatte auch ziemlich hoch gelegt. Die schlechte Nachricht: dies war unser letzter Tag in Las Vegas, am Sonntag um 10.00 war Rückflug angesagt. Die gute Nachricht: wir hatten bis zum Rückflug noch den Mietwagen zur Verfügung. Das Abendprogramm stand schon fest (no details...), aber tagsüber, ja da müsste sich doch eine spannende Schiessdisziplin finden lassen! Nach kurzer Recherche einigten wir uns auf einen Ausflug zum Clark County Shooting Park. Der liegt am Fuss der Berge nördlich von Las Vegas. Fahrzeit rund eine Stunde, bei uns deutlich länger. Wieso? Nun, zuerst haben wir in der Stadt noch einen Abstecher zu einem Indoorschiessstand gemacht. Der hatte grad brandneu geöffnet und wir testeten mal kurz das FN PS90 auf rund 20m. Dann ging's weiter zu einem Gunshop mit angeschlossenen Schiesskeller, welcher rege besucht war. Klar es war Samstag.
Dort haben wir also ein wenig geschaut und uns gewünscht, wir könnten doch einfach die Kreditkarte zücken und hemmungslos einkaufen. Aber was bei Briefmarken kein Problem
gewesen wäre - abgesehen vom grassierenden Schwund beim Kontostand - geht nun mal mit Waffen nicht so einfach. Also sind wir raus und haben uns in einem koreanischen Restaurant äusserst schmackhaft gestärkt. Anschliessend wurde quer durch die Stadt dem Highlight des Tages entgegen gebraust: Tontaubenschiessen am Rande von Las Vegas. Yes! Zwei von uns mit Vorkenntnissen, einer ein kompletter Newbie.

Zunächst hat uns die Anlage imponiert. Die leicht erhöhte Lage wurde ja schon erwähnt. Viel eindrücklicher war jedoch schiere Grösse und Ausdehnung dieses Schiessparks. Wie wir später erfahren haben, reihen sich hier 24 Trapp/Skeet Schiesstände aneinander, so dass die Anlage mehr als 2 Kilometer breit (nicht lang!) ist . Die Pistolen- und Gewehrstände waren ca. 500m weiter bergauf angesiedelt und - da weniger platzintensiv - kompakter ausgefallen. Die ganze Anlage - Schrot- und Kugelstände - war noch brandneu und sehr modern eingerichtet.
Na dann! Papierkrieg erledigt, Bock-Doppelflinten gemietet und Munition eingekauft. Gleich die grosse Box, keine einzelnen Packungen. Weshalb wir dabei so ungläubige Blicke ernteten, ist uns schleierhaft - wir haben den Posten locker verschossen und mussten ca. zweieinhalb Stunden später sogar noch Munitionsnachschub kaufen. Egal.

Betreut wurden wir von Jeff, einem freundlichen jungen Herrn, der uns die Anlage und auch das Schiessen erklärte. Ausserdem liess er auf Zuruf die "Tontellerchen" fliegen. Nach wenigen Minuten stellten sich die ersten Erfolgserlebnisse und sogleich auch ein wenig Übermut ein. Aber nur, bis wir zum Skeet wechselten, das holte uns dann doch wieder auf den Boden der Tatsachen. Die Flugrichtung des Ziels resp. der Winkel zu dieser macht's doch grad um einiges knackiger, diese Dinger zu treffen!

Als es langsam eindunkelte, haben wir langsam Feierabend gemacht. Nicht, dass es nötig gewesen wäre, da gab's schliesslich eine Flutlichtanlage. Aber trotzdem, nach fast vier Stunden Tontaubenschiessen war unser Bedarf an Action langsam aber sicher befriedigt.

Die Pistolen und Gewehrstände haben wir beim wegfahren noch kurz angeschaut. Dort wurden noch keine Leihwaffen ausgegeben und da wir "unbewaffnet" unterwegs waren, blieb es bei einer kurzen Besichtigung. Danach ging's zurück ins Lichtermeer dieser verrückten City! Vor lauter schiessen kam das Fotografieren leider etwas zur kurz, deshlab hält sich die visuelle Untermalung arg im Rahmen. Zur besseren Illustration haben wir noch ein paar offizielle Bilder eingestreut. Ihr findet die Bilder hier.

Das Resume? Tontaubenschiessen war ein schöner Kontrast zum Serienfeuer vom Freitag. Ausserdem war es eine tolle Erfahrung, auf sich bewegende Ziele zu schiessen und diese meistens - oder sagen wir: sehr oft - auch zu treffen. Diesen Spass wollen wir uns auch in der Schweiz einmal gönnen, das haben wir uns fest vorgenommen!


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