Mit der UZI im Sexshop

05.05.2013 00:00

Nein, nicht was Ihr wieder denkt! Keine Sturmhaube oder Strumpfmaske, auch keine Drohungen und schon gar keine Gewalt! Nein, es war so: wir waren jung und brauchten das Geld...

Nein, im Ernst. Für ein Fotoshooting stellten wir Waffen und Betreuung. Dieses Shooting ging  in einer Stadt, in einem professionellen Fotostudio über die Bühne. In der unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich – wir schwören das war Zufall – ein Sexshop. Diesen haben wir zu Beginn auch nicht näher wahrgenommen. Als die Fotosession so voran ging, viel dem Fotographen plötzlich ein, dass für einige Einstellungen noch ein String-Tanga fehlte. Niemand hatte einen dabei (oder wollte es zugeben…). Jedenfalls musste einer her. Etwa zur gleichen Zeit realisierten wir, dass wir eine der eisernen Protagonistinnen im Auto vergessen hatten. Diese sollte aber unbedingt auch ihren Auftritt haben und so musste sie jemand holen. Da ja gleich nebenan der Sexshop war, lag es auf der Hand, dass der Ausserwählte – nennen wir ihn Ganggo – gleich beides besorgen könnte.
Also marschierte Gango ganz zielstrebig ins Parkhaus und nahm den Koffer mit der UZI aus dem Kofferraum. Es ist noch anzumerken, dass der Koffer neutral und unverfänglich war – nichts deutete auf die israelische Diva hin. Diese war selbstverständlich ungeladen. Den Koffer unter dem Arm machte er sich auf den Rückweg und bog wie geheissen beim Sexshop ab. Alles wunderbar.
Nun ist Ganggo nicht der Typ, der wöchentlich Damenunterwäsche einkauft und schon gar nicht in Sexshops. Dieser war zwar menschenleer, dennoch dauerte die Orientierung einen Moment. Das Köfferchen schön an sich geschmiegt, verschafte er sich einen Überblick über das seeehr breitgefächerte Sortiment. Die ganze Szenerie hatte irgendwie etwas surreales. Ein innerliches Schmunzeln beschlich Ganggo und er  fragte sich  plötzlich, wie viele Leute vor ihm wohl schon mit einer Maschinenpistole im Sexshop eingekauft haben. Nach einer Weile trat die Verkäuferin beratend herbei und half bei der Auswahl. Naja, wenigstens das Anprobieren blieb ihm erspart…
Zeitweise war es wirklich schwierig, ernst zu bleiben und sich nichts anmerken zu lassen. Als dann das richtige Höschen auserkoren war und es ums Zahlen ging, legte Ganggo das Köfferchen auf den Verkaufstresen, die Unterwäsche oben drauf und händigte der Verkäuferin den Kaufpreis in Cash aus. Diese legte das Wechselgeld ebenfalls auf den "bösen" Koffer, Ganggo packte alles ein, bedankte sich freundlich und verschwand durch die Tür. Beim verlassen des Shops fragte er sich noch, was die Verkäuferin wohl gesagt hätte, wenn sie gewusst hätte, worauf sie ihren Verkauf da gerade abgewickelt hat. Wäre sie ausgeflippt? Hätte sie die Polizei gerufen? Oder das Care-Team? Oder beide? Hätte Neugier sie gepackt, weil Sie schon immer mal so ein Teil in den Händen haben wollte? Oder hätte sie nur wortlos unter denTresen gegriffen und mittels der dort installierten Pump Action ein paar Löcher in Ganggo gestanzt? Wie auch immer, Ganggo hatte absolut keine Lust, es heraus zu finden!
Schliesslich kamen dann alle drei unversehrt im Studio an – String, UZI und Ganggo. Das Shooting konnte fortgesetzt werden und unsere Kunden waren mit dem Ergebnis rundum glücklich.

Und die Moral von der Geschicht'? So böse wie ihr Ruf sind  Sexshops und Waffen nicht ;-)


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